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Gewinner 2009

ERSTER PREIS

"YOUrope needs YOU" AEGEE Krakau

"YOUrope needs YOU" wurde von Mitgliedern des Europäischen Studentenforums AEGEE konzipiert, um europäische OberstufenschülerInnen dabei zu unterstützen, sich zu aktiven Bürgern zu entwickeln. In Schul-Workshops sollen ihr Verständnis für europäische Belange vertieft, die Chancen, die Europa bietet, aufgezeigt und die jungen Menschen ermutigt werden, diese Chancen mit Hilfe informeller Bildungsangebote zu nutzen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von einem internationalen Team im Rahmen einer European School 2, eines Kurses für Fortgeschrittene, in dessen Mittelpunkt die Projektentwicklung auf europäischer Ebene steht. Bei ihren Recherchen kamen die Initiatoren zu dem Ergebnis, dass Europa im Schulunterricht oft als ein auf die geschichtliche und die geografische Dimension reduziertes künstliches Gebilde dargestellt wird. Die Tatsache, dass keine interaktiven oder informellen Lehrmethoden angewandt werden, verstärkt unter Oberstufenschülern zusätzlich den Mangel an Interesse an Europa und an europäischen Belangen und Werten. Um dies zu ändern, wendet sich "YOUrope needs YOU" an Hochschulstudenten, die bereit sind, ihr Wissen in Schul-Workshops an Schüler weiterzugeben, und vermittelt ihnen die nötigen Kenntnisse, um als Referenten tätig zu werden. Die ersten Schulungen fanden in Deutschland und in den Niederlanden statt; drei weitere werden in Polen, Spanien und in der Türkei folgen. Den Teilnehmern wurde ein vom Projektteam entwickelter Leitfaden an die Hand gegeben mit den wichtigsten Eckpunkten über Europa und die EU, den Multikulturalismus, die europäische Identität und die europäischen Werte, der zudem Leitlinien für die Ausrichtung eines solchen Workshops enthält. Auch wurden die Teilnehmer von entsprechenden Sachverständigen geschult. Mit diesem Rüstzeug ausgestattet, wird dann von ihnen erwartet, dass sie die Schul-Workshops leiten. Der erste dieser Schul-Workshops fand im Dezember 2008 in Gostyn in Polen statt. Schülern aus Polen und 30 Austauschstudenten aus Frankreich wurden Europa und die Möglichkeiten, die es bietet, vorgestellt. Die Jugendlichen zeigten reges Interesse an dieser Thematik und an den angewandten Methoden und begrüßten die an ihrem Unterrichtsplan vorgenommenen Änderungen. Das Projektteam kann mittlerweile auf Teams aus sieben verschiedenen Nationalitäten zurückgreifen. Die Mitglieder arbeiten auf freiwilliger Basis zusammen. Es gibt EU-Mitglieder und nicht-EU-Mitglieder, die gleichermaßen bereit sind, ihre Vorstellung von einer toleranten und aktiven Gesellschaft mit Oberstufenschülern zu teilen.

 

ZWEITER PREIS

"Europäisches Theaterfestival der Universität von Albi" Acthéa

Acthéa ist ein europäisches Universitäts- und Straßentheaterfestival, eine Woche kulturellen Feuerwerks - internationales Theater, Konzerte verschiedenster Musikrichtungen und Straßenkunst. Aufbauend auf den Erfahrungen, die sich in den zehn Jahren seines Bestehens angesammelt haben, hat das Festival an Profil und Breite gewonnen. Der Erfolg, dessen es sich heute erfreut, spricht für sich selbst - Acthéa hat sich zum größten von Studenten organisierten kulturellen Ereignis in Albi entwickelt. Das Festival findet im April statt und dauert eine Woche. Jeden Abend werden dem Publikum im Theater von Albi zwei Stücke angeboten, dargestellt von begabten jungen Hochschulstudenten aus ganz Europa, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. In der ganzen Festivalwoche stehen Veranstaltungen auf dem Programm, einschließlich eines ganz den Kindern gewidmeten Tages, an dem die Kleinen mit Hilfe von Musik und Straßenkunst mit Europa und seinen Kulturen bekanntgemacht werden.

Das Acthéa-Team wurde sechs Jahre nach Gründung der Albi-Carmaux-Bergakademie von Mathieu Lauras, damals Student der Bergakademie, ins Leben gerufen. Heute ist es eine gemeinnützige Studentenvereinigung, die dem Studentenverband (BDE) der Bergakademie Albi angeschlossen ist. Sie besteht aus etwa 30 Studenten aus unterschiedlichen Studienjahren der Akademie. Diese Studenten der Ingenieurwissenschaften leisten auf freiwilliger Basis in ihrer Freizeit einen Beitrag dazu, dass die Veranstaltung zum Erfolg wird. Die Erfahrungen, die im Laufe der zehn vorangegangenen Festivals gesammelt wurden, sind dabei eine große Hilfe.

Acthéa ist ein kulturelles Highlight für jedermann. Mehr als 100 europäische Komödianten treten in dieser Woche auf und helfen mit, die Stadt mit Fröhlichkeit zu erfüllen und das Festival weiterzuentwickeln. Hauptanliegen dieses Festivals ist es, einem breiten Publikum die Tore zur Unterhaltungskunst zu öffnen und einen Austausch zwischen europäischen Künstlern und dem französischem Publikum zu bewirken. Daher haben wir das Eintrittsgeld auch auf einen symbolischen Betrag von einem Euro festgesetzt und den Eintritt zu den Konzerten kostenfrei gestaltet. Für besondere Theaterliebhaber wurde eine spezielle Wochenkarte für drei Euro eingeführt. Jede Studententruppe kann ein Stück in ihrer eigenen Sprache aufführen und ihre Leidenschaft für das Theater mit anderen teilen. Bühnengeschehen, Sprechweise, Körpersprache und Gesten sind der Schlüssel, mit dem sich die Schauspieler ihrem fremd(sprachig)en Publikum mitteilen.

Das diesjährige Festival wird internationaler sein denn je. Mehrere französische und ausländische Studententruppen werden in Stadttheater Albi Stücke aufführen. Dieses Jahr werden sich acht Schauspieltruppen beteiligen. Zum ersten Mal werden insbesondere Stücke einer serbischen und einer russischen Theatertruppe zu sehen sein. Auch eine Gruppe behinderter junger Erwachsener wird zum dritten Mal auftreten: die Papillons Blanc (Weißen Schmetterlinge). Auch Acthéa 2009 kann mit einigen Eckdaten auf den Punkt gebracht werden: ein Budget von 18 680 EUR; 8 teilnehmende französische und ausländische Theatergruppen, 100 Komödianten, ein allabendliches Theaterpublikum von mehr als 200 Personen, 1000 Poster und 8000 Flyer sowie bei den Konzerten Zuschauerzahlen von bis zu 200 Personen.

 

DRITTER PREIS

"Oberkante Unterlippe" Diplomaten in Gummistiefeln

"Oberkante Unterlippe" ist ein Wortspiel, mit dem ein ökologisch orientiertes forschungsbasiertes Lernprojekt betitelt ist. Jugendliche aus den Niederlanden, Polen und Ungarn bearbeiten bei diesem Projekt zusammen mit ihren Gastgebern aus Soest ein Thema von globaler politischer Dimension. Im alltäglichen Sprachgebrauch bedeutet die Redewendung "Oberkante Unterlippe", dass das Maß voll oder das Fass am Überlaufen ist. In diesem Zusammenhang jedoch bezieht es sich auf das zunehmende Risiko hoher Wasserstände und Überflutungen in dicht besiedelten Kulturregionen Mitteleuropas, in denen der industrielle Fortschritt zur Begradigung natürlicher Wasserläufe geführt hat. Gleichzeitig ist "Oberkante - UnterLippe" jedoch auch der Name einer speziellen regionalen Planungsstudie für den Unterlauf der Lippe, eines Rheinzuflusses.

Gegenstand des Projekts sind die mit den Hochwasserschutzmaßnahmen verbundenen politischen Herausforderungen, die sowohl als demokratische Herausforderung für die örtlichen Behörden als auch als eine über territoriale Grenzen hinausgehende Aufgabe verstanden werden. Die Überschwemmungen des Sommers 2007 führten uns wieder einmal vor Augen, dass Hochwasserschutzmaßnahmen oberste Priorität genießen sollten, damit in Zeiten ungünstiger Witterungsverhältnisse die in der Nähe von Flüssen wohnenden Menschen nicht in beständiger Angst leben müssen, dass diese Flüsse über die Ufer treten. Da wir Menschen die Hauptverursacher des Klimawandels - und daher auch des damit verbundenen Hochwasser- und Überschwemmungsproblems - sind, haben wir die Pflicht, Mittel und Wege zur Lösung dieses Problems zu finden. Und weil wir unsere Sicht der Hochwasserprobleme nicht als bloße lokale Problematik ansehen, haben wir Kontakt zu jungen Leuten in unseren Partnerstädten Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie, Polen), Patak am Bodrog (Sárospatak, Ungarn) und Kampen (Niederlande) aufgenommen, ihnen die Ergebnisse unserer Lippe-Studie mitgeteilt und sie eingeladen, dieses Thema mit uns vor Ort praxisnah zu diskutieren, denn Natur- und Umweltschutz kennen keine Grenzen. Solche Probleme müssen grenzübergreifend analysiert und auch so entsprechende Maßnahmen entwickelt werden. Anschließend führten die Teilnehmer vergleichbare Hochwassersituationsuntersuchungen in ihren Heimatländern durch: an der Oder bei Groß Strehlitz, in Patak am Bodrog und an der Ijssel in Kampen, auf die wir dann als Vergleichsgrößen bei unserem gemeinsamen Forschungsprogramm zürückgreifen konnten: in den Flussauenabschnitten der Lippe, die in ihren natürlichen Zustand zurückversetzt worden waren.

Im Herbst 2007 trafen wir alle in einer internationalen Arbeitsgruppe an den Ufern der Lippe zusammen und führten gemeinsame ökologische und biologische Feldstudien durch. "Gibt es lokale Antworten auf globale Probleme?" Diese Frage diente uns als Richtschnur für unser Projekt, in dem eine Verbindung hergestellt wird zwischen örtlichem Engagement und den sozialen Aufgaben, die auf globalem Niveau in Angriff genommen werden müssen. Wir wollen deutlich machen, dass die Auswirkungen der Globalisierung stets auch auf lokaler Ebene spürbar sind und dort die menschlichen Einzelschicksale beeinflussen. Vor allem aber möchten wir Lösungswege herauskristallisieren, die ein demokratisches Engagement vonseiten der Zivilgesellschaft befördern. Unser Ziel ist es nicht, in Anbetracht der Globalisierung zu resignieren, sondern wir wollen dazu ermutigen, einen aktiven Beitrag zu leisten und sich zu engagieren. Das sind die künftigen Ziele unseres Projektes. Bei der Studie handelt es sich zudem mehr als nur um eine Partnerschaft verschiedener Schulen, denn der gemeinsame Blickwinkel, der durch die Hochwassergefahr in den Gemeinden, in denen die teilnehmenden Schulen liegen, entsteht, verbindet diese Gemeinden auf der in der Studie behandelten thematischen Ebene. Nachdem jede Gruppe ihre Präsentation zur ihrer örtlichen Umweltstudie vorgetragen hatte, verbrachten wir zehn Tage in den Flussauen der Lippe und untersuchten die messbaren Auswirkungen des Projekts, das dort zur Wiederherstellung ihres natürlichen Zustands durchgeführt worden war. Wir teilten uns in Untergruppen verschiedener Nationalitäten auf, in denen wir dann einzelnen Themenbereichen eingehender auf den Grund gingen. So nahmen wir z. B. Wasseranalysen vor, fertigten Untersuchungen zur Flora und Fauna an, stellten die jeweilige Situation und die vorgefundene Umwelt aber auch mit grafischen Mitteln und mit Theatermitteln dar. Die biologischen Berichte wurden begleitet von einer kreativen, medienbasierten Verarbeitung und Präsentation der Ergebnisse. Die Ergebnisse der Studien machen deutlich, dass die Wiederherstellung der Lippe insofern erfolgreich war, als dass sich die neu eingebrachte natürliche Flora und Fauna als wirkungsvolles Mittel gegen leichte bis mittlere Hochwasserpegel erwiesen hat. Sie zeigen jedoch auch, dass sich die Auswirkungen der globalen Erwärmung auch in den Bioindikatoren der Lipperegion nachweisen lassen. Um das Projekt abzurunden, organisierten wir eine Podiumsdiskussion, an der sowohl Entscheidungsträger als auch Teilnehmer des Projekts beteiligt waren. Schlussendlich sandten wir eine Abschrift der praktischen Ergebnisse und eine Liste mit Forderungen nach politischen und ökologischen Maßnahmen an die jeweiligen Parlamente und Minister aller beteiligten Länder. Über Dr. Peter Liese, MdEP, der ebenfalls an der Podiumsdiskussion teilnahm, wurden auch das Europäische Parlament und das zuständige Kommissionsmitglied über das Projekt auf dem Laufenden gehalten. Das Projekt fand große Beachtung unter Fachleuten, als es den Umweltpreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Kategorie "Jugend forscht" gewann. In diesem Rahmen nahmen einige unserer Teilnehmer eine Präsentation zum Projekt vor. Zurzeit bereiten wir uns auf die Weiterführung des Projekts vor. Im Herbst 2009 werden wir in den Niederlanden unter Leitung unserer niederländischen Freunde eine Veranstaltung mit dem Titel "Auswirkungen des Klimawandels am Beispiel der Niederlande" (Arbeitstitel) abhalten. An ihr werden junge Menschen aus fünf Ländern (NL, PL, H, S and D) teilnehmen. Das wird unser fünfzehntes gemeinsames europäisches Projekt.

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